Martinszentrum Bernburg

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Architektur

Befürwortung des Projektes: Evangelische Schulstiftung der EKD

Grundschule, Hort und Kindertageseinrichtung miteinander zu verbinden und aufeinander zu beziehen, entspricht einer wesentlichen Intention des Aufbaus und der Entwicklung von Ganztagesschulen. Aus unterschiedlichen Gründen erweist es sich als erforderlich, im Hort nicht nur eine der Schule angegliederte und zugeordnete Betreuungseinrichtung zu sehen. Vielmehr kann er die pädagogische Kultur der Schule aufnehmen und mit seinen spezifischen Möglichkeiten erweitern. Lernprozesse in der Schule werden entlastet und zugleich in ihrer Effizienz verstärkt, wenn der Hort in das Schulgeschehen hineinreicht und entsprechend der Unterricht in den Hort, also Schule als Lebens- und Lernort beide pädagogischen Bereiche integriert. Die Zuordnung eines Kindergartens erweitert das Spektrum pädagogischer Kooperation und erleichtert den Übergang zur Schule als einer spezifisch akzentuierten pädagogischen Kultur. Der Forderung einer stärker bildungsorientierten Begleitung in den Kindergärten kann durch eine räumliche Nähe optimal entsprochen werden. Insofern gewinnt das Projekt „Martinskirche“ ein unmittelbar unterstützendes Interesse. Das evangelische Kinderhaus „Martinskirche“ gewinnt einen Ort mit einer deutlichen kulturellen und spirituellen Tradition.

Auszeichnung zum Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007

Am 11. Januar 2008 wurde dem Martinszentrum Bernburg die Auszeichnung zum Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007 in Magdeburg übergeben. Damit wurde die Arbeit des Architekturbüros Weis & Volkmann, Leipzig (Gunnar Volkmann, Ilona Brauer, Winfried Hammermüller und Olaf Hörl) gewürdigt.

Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz hob in der Beurteilung der Jury unter anderem folgendes hervor:

„Das Martinszentrum in Bernburg ist ein vorbildliches Beispiel für die intelligente Umnutzung einer historisch gewachsenen Situation.

Die schwierige Aufgabe alte und neue Architektur zu verbinden und deren eigenständige Qualität zu verstärken, ist in diesem Projekt sehr gut gelungen. Der mächtige Altbau bleibt unberührt und ist weiterhin das markante stättebauliche Zeichen. Die ‚leichten‘ Neubauten umschließen ringförmig die Kirche und bleiben in ihrer gesamten architektonischen Haltung dem Altbau untergeordnet. Konsequent wird diese Linie in Materialwahl, Gebäudehöhe und Fundierung ablesbar gemacht.

Das Konzept des innen liegenden Schulhofes wird in den Grundrissen vielfältig variiert. Immer wieder werden bereiche freigelassen die zusätzliche Innenhöfe bilden. Sensibel wird dabei auch der Baumbestand integriert. Die Klassen- und Gruppenräume sind entsprechend der verkehrs- und Belichtungssituation entweder zur Straße oder zum Schulhof situiert.

Auch der Innenraum der Kirche wird in das Nutzungskonzept eingebunden. Hier sind die Werkräume untergebracht die gleichzeitig eine Art Empore für die Gottesdienste bilden. Bewusst unterstreicht das Material Holz den Gegensatz zum Steinbau und doch fügt sich dieser wie selbstverständlich ein. Besonders hervorzuheben sind bei diesem Projekt jedoch zwei Aspekte. Die Nachhaltigkeit und der soziale Gewinn. Die nachhaltige Struktur wird bewirkt durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz und dem kostenbewussten Einsatz der Mittel. Aber auch durch die Fundierung mit Pfählen wodurch kein Baum gefällt werden musste und generell durch die Wiederbelebung der Bestandsbauten mit dem neuen Eingriff.

Der Soziale Gewinn entsteht schon in der Projektierungsphase indem viele Bürger an der Planung mitbeteiligt werden und dem Ort damit eine neue kulturelle Identität verleihen. Die neutrale Verschränkung von Schule, Hort, Kindertagesstätte und Gotteshaus lässt außerdem einen sozialen Mehrwert erwarten, der sonst nicht gegeben wäre.

Das Projekt Martinszentrum kann man ganz im Sinne von Beuys als soziale Skulptur bezeichnen und für die Innenstadt ist es ein weiterer Schritt zur urbanen Belebung.“

Den Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007 erhielt das Museum Luthergeburtshaus in Eisleben und der Publikumspreis ging an die Grundschule „Albert Einstein“ in Burg.

Befürwortung des Projektes: Evangelische Schulstiftung der EKD

Grundschule, Hort und Kindertageseinrichtung miteinander zu verbinden und aufeinander zu beziehen, entspricht einer wesentlichen Intention des Aufbaus und der Entwicklung von Ganztagesschulen. Aus unterschiedlichen Gründen erweist es sich als erforderlich, im Hort nicht nur eine der Schule angegliederte und zugeordnete Betreuungseinrichtung zu sehen. Vielmehr kann er die pädagogische Kultur der Schule aufnehmen und mit seinen spezifischen Möglichkeiten erweitern. Lernprozesse in der Schule werden entlastet und zugleich in ihrer Effizienz verstärkt, wenn der Hort in das Schulgeschehen hineinreicht und entsprechend der Unterricht in den Hort, also Schule als Lebens- und Lernort beide pädagogischen Bereiche integriert. Die Zuordnung eines Kindergartens erweitert das Spektrum pädagogischer Kooperation und erleichtert den Übergang zur Schule als einer spezifisch akzentuierten pädagogischen Kultur. Der Forderung einer stärker bildungsorientierten Begleitung in den Kindergärten kann durch eine räumliche Nähe optimal entsprochen werden. Insofern gewinnt das Projekt „Martinskirche“ ein unmittelbar unterstützendes Interesse. Das evangelische Kinderhaus „Martinskirche“ gewinnt einen Ort mit einer deutlichen kulturellen und spirituellen Tradition. Gerade in einer sich geistig und kulturell vervielfältigenden, für Heranwachsende zunehmend unübersichtlichen Situation läßt die Martinskirche sowohl die Erinnerung an weithin vergessene Geschichte und Kultur ebenso zu wie die Orientierung an aus der Vergangenheit in die Gegenwart hineinreichenden und für die Zukunft belangvollen Werten. Insofern gewinnt das Vorhaben an diesem spezifischen Lebens- und Lernort eine beispielhafte Bedeutung für den Gesamtprozeß des Aufbaus und der Entwicklung von Ganztagesschulen.

Die Evangelische Schulstiftung in der EKD verfolgt das Projekt Martinskirche in Bernburg mit großem Interesse und erkennt ihm eine exemplarische Bedeutung auch für andere ähnliche Bemühungen in der evangelischen Kirche wie für den Gesamtprozeß der öffentlichen Schulentwicklung zu. Was immer an materieller und ideeller Unterstützung möglich ist, sollte gewährt werden.

Prof. Dr. Eckart Schwerin – Geschäftsführer Evangelische Schulstiftung in der EKD

Befürwortung des Projektes: Vorsitzender des Preisgerichtes

Dem Wettbewerb vorausgegangen ist eine mutige und auch weitsichtige Entscheidung. Eine Kirche, deren Unterhaltung größte Probleme bereitet, soll erhalten werden.

Aus den Erfahrungen der Denkmalpflege weiß man, daß das Erhalten von Bauwerken meist nur durch ausreichende Nutzung gewährleistet werden kann. Ein Gebäude muß bespielt werden, es bedarf einer ständigen Kontrolle durch Nutzung und Wartung. Die Sorge der Benutzer und die Versorgung der Räume mit Energie (Heizung) sowie deren Pflege beleben ein Bauwerk im notwendigen Maße. Bei fehlender oder nur unzureichender Nutzung stellen sich erfahrungsgemäß nach einiger Zeit Verfallserscheinungen ein, die als ständiger Prozeß zu erheblichen Schäden führen. Nicht wenige Denkmäler sind dadurch nahezu völlig zerstört worden. Natürlich ist es unerläßlich, daß das Gebäude einem seinen baulichen Bestand sowie seiner ehemaligen Funktion entsprechende verträgliche Weiternutzung erhält. Dies ist bei dem vom Auslober des gutachterlichen Wettbewerbsverfahrens vorgegebenen Raum- und Funktionsprogramm für das Kirchengebäude sehr gut erfüllt und in dem ausgewählten Entwurf bestens umgesetzt.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Vorbildwirkung die bei einer Realisierung der Maßnahme in zweifacher Hinsicht entsteht. Zum einen durch das Aufzeigen von erhaltenden Maßnahmen durch die adäquate Nutzung eines Kirchenraums und zum anderen durch eine sichtbare weitergehende Öffnung der Institution Kirche zu den anstehenden Problemen einer Gemeinde die nur über begrenzte Mittel verfügt. In einer Zeit in der es immer wichtiger wird vorhandene Resourcen zu nutzen wird hier ein unübersehbares Zeichen gesetzt.

Der im gutachterlichen Verfahren ausgewählte Entwurf des Architekturbüros Weis & Volkmann aus Leipzig berücksichtigt sehr sensibel die herausragende Position der Kirche und gruppiert die notwendigen Schul- und Horträume in einer flachen Randbebauung. Dadurch entsteht keine architektonische Konkurrenz sondern eine sehr angemessene bauliche Ergänzung die zu einer Gesamtanlage führt. Die Anordnung von zentralen Funktionen für Schule, Hort und Kindergarten wird der Mittelpunkt-Rolle des Kirchenraums gerecht und erhält durch die „Raum im Raum Konzeption“ das Hauptschiff in seiner Gesamtdimension. Der eingestellte Raumkörper bildet eine separate Hülle und führt dadurch nicht zu einer Überformung des Kirchenschiffs. Mit der Lösung des Immissionsschutzes zur Hauptstraße und der sorgfältigen Verfolgung des knappen Kostenrahmens kann Bernburg einen qualitätvollen und richtungsweisenden (Um-)Bau erhalten.

Prof. Dipl.-Ing. Harald Stricker, Architekt BDA

Befürwortung des Projektes: Oberbürgermeister der Stadt Bernburg

Sehr geehrter Herr Kreisoberpfarrer,

am 29. November 2004 haben Herr Seifert von der Evangelischen Landeskirche Anhalts und Sie als Vertreter der Martinsgemeinde mich über Ihr interessantes Vorhaben, die Martinskirche u.a. in eine Schule, Kindergarten und einen Hort umzubauen, informiert.

Viele Aspekte sprechen für den Entwurf 1005 des Architektenbüros Weis & Volkmann. Die Anhaltische Landeskirche und die Martinsgemeinde wollen ihre Kirche umnutzen. Sie suchen eine neue Lösung für die beengten Verhältnisse Ihrer Grundschule in Bernburg Roschwitz, Ihres Kindergartens und Ihres Hortes für insgesamt ungefähr 160 Kinder.

Der Entwurf der Leipziger Architekten nimmt nichts von der kraftvollen Präsenz der Martinskirche und errichtet auch keine bauliche Konkurrenz zu dem Gotteshaus. Es wird eine neue räumliche Aufenthaltsqualität ringsum den neugotischen Gründerzeitbau geschaffen.

Da die flachen Schulbauten in erster Linie eine Konstruktion aus Holzrahmen und Glas vorsehen und zum Hof hin offen sind, dominiert weiterhin die Martinskirche als markantes Gebäude in der Innenstadt Bernburgs. Es ist ein Projekt, das über Sachsen-Anhalt hinaus Ausstrahlung gewinnen wird. Baulich und unter dem Aspekt der Nutzung bleibt die Kirche das Zentrum.

Die Konzeption der Neubauten basiert auf einem modularen Raster; die Gründung erfolgt mittels einer Pfahlgründung. Somit wird nicht die ganze Fläche versiegelt.

Ich befürworte dieses Modellprojekt, da diese Heimstatt für einen Kindergarten, einen Hort und eine Schule werden kann, die in freier Trägerschaft betrieben werden. Das inhaltliche Angebot diesbezüglich wird in der Stadt Bernburg (Saale) dadurch verbessert und aufgewertet. Bei der Betreibung der Grundschule wird weiterhin der Haushalt der Stadt Bernburg (Saale) entlastet und die Kindertagesstätte bezüglich der Betriebskosten bei Anwendung ökologischer Bauweise und Anwendung neuer Energieformen zumindest nicht weiterhin erhöht.

All diese Argumente sprechen für dieses Modellprojekt 1005 (Wettbewerbskennzahl; Anm. Architekten).

Mit freundlichen Grüßen

Rieche, Oberbürgermeister

Kubus in der Kirche
Schulhof
Spiegelung Juli 2007
Schulhof mit Kletterbaum Juli 2007

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