Martinszentrum Bernburg

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Gemeinde

Gebäude

Die Martinskirche entstand in den Jahren 1884-87 als neogotischer Sandsteinbau.

Ihr Kennzeichen ist der weithin sichtbare 58 Meter hohe spitze Westturm, in dessen oberen Bereich eine Plattform Aussicht (bei guter Fernsicht bis zum Harz) bietet. Eine weitere architektonische Besonderheit ist, daß durch die sehr schmalen Seitenschiffe die dreischiffige Saalkirche mit polygonal geschlossenem einschiffigen Chor eine Einheitlichkeit des Innenraumes bietet, die für Hallenkirchen eher untypisch ist. Die Ausstattung des Bauwerkes ist bis zum jüngsten Umbau weitgehend original erhalten geblieben, lediglich die ursprünglichen Bronzeglocken (und Kupferleuchter) mußten infolge des Ersten Weltkrieges durch ein Stahlgußgeläut ersetzt werden. Der Innenraum ist in gedeckten ocker-, sand- oder braungetönten Farben gehalten, denen dunkelbraune Holzfarbtöne kontrastieren. Besonders im Chorraum wird das deutlich: Hier sind Wände und Fensterlaibungen mit hellen Farben gestrichen, Wandteppiche bringen einen rötlichen Kontrast, auf ihnen finden sich u.a. die Evangelistensymbole; diese wiederum zieren auch die sandfarben-braunen Fliesen des gesamten Chorraumes. Adler, Stier, Engel und Löwe finden sich auch an der Kanzel wieder. Blickfang für den östlichen Bereich der Kirche sind die farbigen Chorfenster; sie sind ornamental gestaltet, lediglich das mittlere bietet Martin Luther und Philipp Melanchthon, Christus als Weltenherrscher flankierend. (Ein Sakristeifenster zeigt den Hl. Martin von Tours, doch ist die Kirche nach Martin Luther benannt.) Eine Besonderheit stellt das ikonographische Programm des Altares dar, denn hier finden sich unter einem Kruzifix vier Plastiken alttestamentlicher Figuren: Abel, Melchisedek, Isaak und Aaron. Die Kirche besitzt auf der Westempore eine dreimanualige Rühlmann-Orgel aus den Jahren 1897/1900 mit 33 Registern und pneumatischer Traktur.

Mit dem Umbau verlor die Kirche die festen Kirchenbänke, nunmehr bieten Stühle im vorderen Schiffsbereich sowie auf den Emporen Sitzgelegenheit. Die Bänke erwarb größtenteils die Ev. Johanniskirchengemeinde in Halle/Saale. In den hinteren beiden Jochen des Hauptschiffs hat ein Einbau Platz gefunden, der Funktionsräume bietet; die Orgelempore dient als Bibliothek. Durch den Einbau bekommt die längsorientierte Kirche einen zentralraumartigen Charakter.

Die Pfarr- und Gemeindehäuser

Zwei Häuser in der Martinstraße gehören der Martinsgemeinde: Nr. 4 a und Nr. 5.

Das ältere ist das ehemals einzige Pfarrhaus, Nr. 5. Es wurde 1896 fertiggestellt. Heute befindet sich in ihm der größere Gemeinderaum, die Gemeindeküche sowie das Büro. Außerdem das Büro des Pfarrers Schmidt. Die obere Etage birgt seine Pfarrwohnung.

Wenige Jahre jünger ist das Haus Nr. 4 a, das ehemals Diakonat genannt wurde. In ihm befindet sich unten der kleine Gemeinderaum und das Archiv sowie die Begegnungsstätte. In der oberen Etage liegt die andere Pfarrwohnung, samt zwei Zimmern im Dachgeschoß.Sie ist derzeit privat vermietet.

Beide Häuser sind – wie die Kirche – schiefergedeckte Sandsteinbauten. Aufwendige Giebelgestaltungen oder eine Säule neben dem Eingangsportal der Nr. 4 a weisen auf den Anspruch der Erbauer hin, der Kirche angemessene Bauwerke zur Seite zu stellen.

Es schließen sich jeweils Gärten an, die Teil eines Gartenarreals im Innern des Straßenkarrés sind.

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